Arbeitsassistenz (Integrationsamt)

Zur Sicherung eines bereits bestehenden festen Arbeitsplatzes übernimmt das Integrationsamt unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für einen Gebärdensprachdolmetscher als notwendige Arbeitsassistenz.
(§ 102 Abs. 4 SGB IX)
Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Finanzierung einer Arbeitsassistenz zur Sicherung einer wirtschaftlich selbständigen Existenz. (Näheres siehe unter Arbeitsassistenz Selbständige)
(§ 33 Abs. 3 Nr. 6 SGB IX sowie § 21 Abs. 4 i. V. m. § 17 Abs. 1a SchwbAV)
 

Voraussetzungen

  • Der Gehörlose muss seine Schwerbehinderung durch einen Feststellungsbescheid bzw. SB-Ausweis nachweisen können.
  • Der Gehörlose muss sich in einem festen Beschäftigungsverhältnis mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden und einem tariflichen bzw. ortsüblichen Lohn befinden.
  • Es muss für den Gehörlosen die Notwendigkeit einer persönlichen Assistenz durch einen Gebärdensprachdolmetscher am Arbeitsplatz bestehen.
  • Die Unterstützung durch den Gebärdensprachdolmetscher muss zeitlich und tätigkeitsbezogen regelmäßig erforderlich sein.
  • Der gehörlose Arbeitnehmer muss den Kernbereich der Arbeitsaufgaben selbständig leisten können.
  • Die Assistenz durch den Gebärdensprachdolmetscher sichert den Arbeitsplatz des Gehörlosen;
§ 102 Abs. 4 SGB IX i. V. m. § 17 Abs. 1a SchwbAV
 

Wichtig

Vorrangig ist immer der Arbeitgeber in der Pflicht, im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Integration des Gehörlosen zu sorgen. Erst wenn alle innerbetrieblichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, besteht ein Anspruch auf Kostenübernahme gegenüber dem Integrationsamt.
(§ 102 Abs.4 SGB IX)
Die Durchführung der Leistung erfolgt durch das Integrationsamt. Das heißt, dass ein Antrag auf Arbeitsassistenz immer beim Integrationsamt gestellt werden muss.
Die Leistungen des Integrationsamts erfolgen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel, die aus der Ausgleichsabgabe zufließen.
(Ablauf der Antragstellung siehe unter Arbeitsassistenz allgemein)