Zuschuss an den Arbeitnehmer

Das Integrationsamt kann gehörlosen Arbeitnehmern bei besonderem Bedarf einen Zuschuss zu den Kosten für den notwendigen Einsatz eines Gebärdensprachdolmetschers zahlen. (§ 24 SchwbAV)
Bezuschusst werden Dolmetschereinsätze in erster Linie bei Maßnahmen, in denen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden, die gehörlose Arbeitnehmer wegen der Hörschädigung sonst nicht oder nur unter Schwierigkeiten verstehen würden und die gleichzeitig zur Sicherung des Beschäftigungsverhältnisses erforderlich sind.

Darunter fallen insbesondere Fortbildungen (inner- und außerbetrieblich)
  • zur Erhaltung und Erweiterung der beruflichen Kenntnisse bzw.
  • zur Anpassung an die technische Entwicklung.

Ablauf

  • Der gehörlose Arbeitnehmer beantragt beim Integrationsamt einen Zuschuss zur Finanzierung eines Gebärdensprachdolmetschers mit Angabe der anfallenden Kostenhöhe (bzw. dem Umfang der zu leistenden Dolmetscherstunden).
  • Das Integrationsamt prüft den Antrag und schickt dem Gehörlosen eine Kostenübernahmeerklärung.
  • Der Gehörlose sucht und beauftragt einen Gebärdensprachdolmetscher.
  • Der Dolmetscher schickt seine Rechnung nach dem Dolmetscheinsatz an den Gehörlosen.
  • Der Gehörlose bezahlt die Rechnung und reicht diese beim Integrationsamt ein.
  • Das Integrationsamt erstattet dem Gehörlosen die Rechnungen (maximal in der vorher vereinbarten Höhe des gesamten Zuschusses).

Höhe der Kostenübernahme

Siehe unter Integrationsamt

Wichtig

Das Integrationsamt kann in bestimmten Fällen die Honorarabwicklung mit dem Dolmetscher selbst direkt durchführen, damit für den Gehörlosen keine unzumutbaren finanziellen Vorleistungen anfallen.

Fallen Fortbildungen nur vereinzelt an, werden Zuschüsse für Gebärdensprachdolmetscher auf persönlichen Antrag nach § 24 SchwbAV bewilligt. Sobald pro Jahr mehrere Dolmetschereinsätze für Fortbildungen erforderlich sind, kann eine Budgetleistung an den Arbeitgeber im Rahmen des § 27 SchwbAV überlegt werden (siehe unter Zuschuss an den Arbeitgeber).