Evangelische Kirche
Einleitung
Bei kirchlichen Amtshandlungen in ihren hörenden evangelischen Gemeinden haben einzelne Gehörlose die Möglichkeit, einen Gebärdensprachdolmetscher in Anspruch zu nehmen.
Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Amtshandlung (Taufe, Trauung, Konfirmation, Beerdigung) nicht durch einen Gehörlosenseelsorger durchgeführt werden kann.
Einsatzbereiche
Gebärdensprachdolmetscher werden eingesetzt bei:
- Taufe
- Hochzeit (Trauung)
- Konfirmation
- Beerdigung
Voraussetzungen
Voraussetzungen (für Gehörlose):
- Der Gehörlose muss Mitglied der evangelischen Kirche sein.
- Der Einsatz muss im Rahmen einer der oben genannten kirchlichen Amtshandlungen stattfinden.
Voraussetzungen (für Dolmetscher):
- In Bayern ist eine Anerkennung durch die evangelische Gehörlosenseelsorge erforderlich.
- Der Dolmetscher muss hierfür Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche sein.
- Die Beantragung der Anerkennung erfolgt direkt bei der evangelischen Gehörlosenseelsorge.
- Ausnahmen sind in Absprache mit der Gehörlosenseelsorge möglich.
Ablauf
- Der Gehörlose stellt so früh wie möglich einen Antrag bei der zuständigen Gehörlosengemeinde.
- Bei Taufen, Konfirmationen und Trauungen muss der Gehörlose den Antrag mindestens 6 Wochen vor dem Termin stellen.
- Ausnahme Beerdigung: In Bayern können bei Beerdigungen auch nachträglich Anträge zur Finanzierung eines Dolmetschers gestellt werden.
- Die Gehörlosengemeinde beauftragt einen Gebärdensprachdolmetscher. In Ausnahmefällen kann der Gehörlose in Absprache mit der zuständigen Gehörlosengemeinde selbst einen Dolmetscher organisieren (siehe Voraussetzungen für Dolmetscher).
- Der Dolmetscher stellt seine Rechnung an die Gehörlosengemeinde. Die Gehörlosengemeinde leitet die Rechnung weiter an die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge (DAFEG).
- Die DAFEG überweist das Honorar an den Dolmetscher.
Höhe der Kostenübernahme
Die Vergütung für Gebärdensprachdolmetscher erfolgt nach den Richtlinien der DAFEG. Bisher galten die BIH-Empfehlungen (Stand der Informationen: Mai 2009; siehe LINKS).
