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Krankenkasse

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Gebärdensprachdolmetscher, wenn der Einsatz aus medizinischen Gründen notwendig ist. (§ 17 Abs. 2 SGB I, § 19 Abs. 2, Satz 4 SGB X)
(siehe auch Link Vereinbarung zwischen GIB und Krankenkassen)

Einsatzbereiche

z. B.:
  • Arzt- und Zahnarztbesuch
  • Kinderarzt
  • Ambulanter Krankenhausbesuch
  • Schwangerschaftsgymnastik
  • Ärztliche Therapieformen wie z. B. Psychotherapie u. Ä.
  • Gesundheitskuren

Voraussetzungen

  • Gehörlose müssen Mitglieder in einer gesetzlichen Krankenkasse sein.
  • Der untersuchende Arzt muss auf einem Formular bestätigen, dass der Einsatz eines Gebärdensprachdolmetschers aus medizinischen Gründen notwendig war.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten auch für:
  • anspruchsberechtigte Familienmitglieder
  • die gehörlose Begleitperson eines hörenden Patienten, falls die Anwesenheit der gehörlosen Person zwingend notwendig ist (z. B. gehörlose Eltern von hörenden Kindern)

Ablauf

  • Vor dem Arztbesuch bzw. dem ambulanten Krankenhausbesuch organisiert sich der Gehörlose einen Dolmetscher, falls dies erforderlich ist.
  • Der Dolmetscher legt dem Arzt ein Formular zur Abrechnung seines Einsatzes mit der Krankenkasse vor (siehe LINK).
  • Der Gehörlose und der Arzt bestätigen auf dem Formular mit ihrer Unterschrift, dass der Einsatz des Gebärdensprachdolmetschers notwendig war.
  • Mit diesem Formular rechnet der Dolmetscher direkt mit der Krankenkasse ab.

Höhe der Kostenübernahme

Zur Vergütung ist das JVEG (§ 8 Abs. 2, § 9 Abs. 3) anzuwenden.

Wichtig

  • Bei nicht vom Arzt verordneten therapeutischen, psychologischen, heilpädagogischen, sonderpädagogischen oder psychosozialen Leistungen besteht kein Anspruch auf Kostenübernahme für den Einsatz eines Gebärdensprachdolmetschers.
  • Bei stationären Krankenhausaufenthalten sind die Kosten für Dolmetschereinsätze in den Pflegesätzen bzw. Fallpauschalen enthalten. Der Gebärdensprachdolmetscher rechnet daher mit dem Krankenhaus ab.
  • Bei Kur und Reha-Maßnahmen zur Vorbeugung einer Erwerbsminderung ist der zuständige Kostenträger die Rentenversicherung.
  • Gesundheitskuren führen in der Regel auf Gehörlose spezialisierte Kliniken durch.
  • Für Dolmetscher, die im Bundesverband der GebärdensprachdolmetscherInnen Deutschlands e. V. organisiert sind, gelten gegebenenfalls gesonderte Regelungen (z. B. zu Vergütung und Abrechnung, siehe LINK).
  • Bei gehörlosen Beamten sind notwendige Einsätze von Gebärdensprachdolmetschern beihilfefähig (§19a Bayerische Beihilfenverordnung). Für die Höhe der Vergütung ist das JVEG anzuwenden.
  • Für die meisten Privaten Krankenkassen gilt, dass die Finanzierung von Gebärdensprachdolmetschern aktuell nicht einheitlich geregelt ist. Gehörlose sollten vor einer Mitgliedschaft abklären, ob und in welchem Umfang ein Einsatz eines Gebärdensprachdolmetschers von der Kasse ihrer Wahl finanziert wird.